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Stellungnahme des BVAQ

03.12.2013

Stellungnahme des Bundesverbands Aquakultur zu folgender Verordnung: Verordnung zum Schutz von Tieren im Zusammenhang mit der Schlachtung oder Tötung und zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1099/2009 des Rates (Tierschutz-Schlachtverordnung - TierSchlV)

 

Sehr geehrter Herr Ministerialdirektor Kühnle,

der Bundesverband Aquakultur unterstützt grundsätzlich Maßnahmen und Verordnungen, die dem Tierwohl dienen. Er fordert aber auch dazu auf, genau zu prüfen, inwieweit eine Verordnung diesem Ziel und Sinn entspricht sowie auch die berechtigten Interessen von Produzenten nachhaltig erzeugter Aquakulturprodukte zu berücksichtigen.

Langfristig sollten in einer Tierschutzverordnung wirbellose Lebewesen in aquatischen Lebensformen, bezogen auf ihre besonderen Bedingungen, differenziert von Wirbeltieren behandelt werden.

Im Besonderen und zeitnah empfiehlt der Bundesverband Aquakultur, eine Ausnahmeregelung für Garnelen bzgl. der Tötungsmethode im Kontext des Abschnitts 4 zuzulassen (§12 und §13), wie sie für Wirbeltiere nach §13 möglich ist.

Die alternativ zur Tötung durch Kochen zugelassene Methode durch Elektrostrom sollte, wie die Tötung durch Herunterkühlen in einem vorgegebenen Temperaturbereich, weiterhin überprüft und Erfahrungswerte für beide Methoden gesammelt werden. Das Ergebnis sollte sich in der Verordnung wiederfinden und Rechtssicherheit für die Produzenten bewirken.

Wir weisen in diesem Zusammenhang außerdem auf einen Brief von Prof. Dr. Dieter Steinhagens von der tierärztlichen Hochschule Hannover hin sowie eine Dissertation zu Betäubungs- und Tötungsmethoden bei Speisekrebsen aus der Sicht des Tierschutzes und der Produktqualität und bitten darum, bis zu einer klaren gesetzlichen Regelung, auf der Basis dieser fachkundlichen Aussagen den produzierenden Unternehmen eine Ausnahmegenehmigung ab sofort zu erteilen.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. Dr. Bela H. Buck Präsident